Overview: Neue Technologien und Lösungen

In dieser Arbeitsgruppe werden neue Technologien und Ansätze von Experten vorgestellt und ihre Auswirkungen diskutiert. Bspw.

  • SD WAN: Laut der IDC-Studie „SD-WAN: Wettbewerbsfaktor im digitalen Zeitalter" wird unter SD-WAN ein dynamisches und hybrides WAN verstanden, in dem Daten über unterschiedliche Verbindungsarten, wie MPLS, Breitband-Internet oder Mobilfunk übertragen werden. Zentrale Komponente ist ein Controller, der eine intelligente Auswahl der WAN-Pfade ermöglicht. Es handelt sich dabei um ein Konzept der Netzwerkvirtualisierung. In der Regel basiert ein SD-WAN auf einer virtuellen Overlay-Struktur, die über die verschiedenen physischen Netze gelegt wird. Dabei werden die Steuerungsfunktionen von der Transportebene abstrahiert, sodass sie sich zentral ausführen lassen. Die Vorteile sind: Dynamik, Virtualisierung und Schnelligkeit.
  • Edge Computing: Edge Computing wird für das IoT in Zukunft zur unverzichtbaren Schlüsseltechnologie. Beim Edge Computing werden Daten dezentral in der Netzwerkperipherie verarbeitet – an dem Ort, wo sie generiert wurden. Die Bedeutung der Technologie steigt mit der Menge an Daten, die durch das Internet der Dinge erzeugt wird. Die überwiegende Computing-Last tragen bisher konventionelle Datacenter. Hier wird das Gros der Daten verarbeitet, gesichert, verwaltet und bereitgestellt. Diese Datacenter konsolidieren massive Datenmengen, sind jedoch von den zunehmend verteilten und zum Teil auch mobilen Datenquellen quasi per Definition geografisch zu weit entfernt, um niedrige Latenzzeiten (Verzögerungs- oder Reaktionszeiten) zu garantieren.
  • Network Virtualization: Bei der Netzwerkvirtualisierung (NV) werden in Hardware bereitgestellte Netzwerkressourcen in Software abstrahiert. Netzwerkvirtualisierung kann mehrere physische Netzwerke in einem virtuellen, softwarebasierten Netzwerk zusammenführen oder ein physisches Netzwerk in einzelne, unabhängige virtuelle Netzwerke unterteilen. Netzwerkvirtualisierung entkoppelt also die Netzwerkservices von der zugrunde liegenden Hardware und bietet die virtuelle Bereitstellung ganzer Netzwerke. Physische Netzwerkressourcen wie Switches und Router werden in Pools zusammengefasst und sind für Anwender über ein zentrales Managementsystem zugänglich. Bei Netzwerkvirtualisierung lassen sich zudem viele administrative Aufgaben automatisieren, wodurch manuelle Fehler sowie Bereitstellungszeiten reduziert werden. Sie macht Netzwerke produktiver und effizienter.
  • Network / Data Center Energy Consumption: Der Energiebedarf in den Serverräumen und Rechenzentren von Unternehmen steigt unaufhörlich an. Laut den Marktforschern von Gartner und IDC setzen die Rechenzentren durchschnittlich bis zu 50 Prozent ihrer Gesamtenergie für Klimatisierungsmaßnahmen der Hardware ein. Damit sind nach aktuellen Untersuchungen die Energiekosten der zweitgrößte Betriebskostenfaktor eines Rechenzentrums. Nur noch die Wartungs- und Administrationskosten sind höher. Insofern stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen der Energieverbrauch in der Praxis gesenkt werden kann.
  • Network Analytics / Network as a Sensor: Um tiefer gehende Untersuchungen der Netzwerke vorzunehmen, um bspw. an die Ursachen von Netzwerk-Performance-Probleme oder Sicherheitsbedrohungen zu untersuchen, verschwenden IT-Mitarbeiter viel Zeit. Moderne Tools für Network Analytics ersetzen dieses zeitaufwendige und komplizierte Verfahren. Network-Analytics-Software nutzt traditionelle Monitoring-Protokolle und -Methoden, ergänzt diese dann aber um ausgeklügeltere Verfahren zur Erfassung von Datenströmen. Alle erfassten Daten werden dann in Echtzeit per KI analysiert. Durch die Kombination aller Datenquellen kann die Analytics-Plattform sehr viel mehr Informationen durchforsten als jemals zuvor, um genaue Schlussfolgerungen in puncto Netzwerk-Performance zu ziehen.